Lupus-Erythematodes-Selbsthilfegruppe Darmstadt



Startseite   Berichte   Infomaterial   Geschichte   Tipps zur Gesundheitsreform
Lupus-Ratgeber   Neuigkeiten


Lupus/Sjögren-Schubsymptomatik und Blasenentzündung nach Impfung mit dem SARS-CoV-2-Impfstoff Comirnaty® von BionTech/Pfizer

- Lupus/Soegren flare and cystitis after vaccination with Pfizer/BioNTech COVID-19 vaccine -


Patientin: *1960

Diagnosen:
systemischer Lupus erythematodes
Sjögren-Syndrom

Dauermedikation: Azathioprin, Hydroxychloroquin, Lodotra, Prednisolon


12.4.21 Coronavirus SARS-Cov-2-IgG negativ



Dorothea Maxin

Dorothea Maxin, aufgenommen am 16.11.21 von © Eva Speith http://www.lichtbildatelier.de/


I. Impfung mit Corminaty am 15.4.21

Bis 2.5.21 17 Tage lang seltsame Immunphänomene und Auswirkungen auf den Blutzucker:

16.4.21 Ca. 21.00-23.00 Uhr Schwächeanfall mit Gliederschmerzen, Lupus-Schubgefühl, Auftreten einer Aphte im Mund.
16.4.21 Dabei Frieren, leichte Übelkeit. Nach Nahrungsaufnahme weggegangen.
3., 7., 12. und 17. Tag nach der Impfung jeweils Auftreten einer Aphte im Mund.
4., 5., 7. und 11. Tag nach der Impfung: Verschleimung Lunge mit Räuspern und Abhusten.


II. Impfung mit Corminaty am 27.5.21

1. Nacht nach der Impfung: Harnverhalt
Juni/Juli 2021: Lupus-Schubsymptomatik mit multiplen Aphten im Mund, wässerigen Durchfällen, Schmerzen im LWS-Bereich, Gelenkbeschwerden, Haarausfall. Zusätzlich 10 mg Hydrocortison ausschleichend über 2 Wochen. Bis heute (Nov. 2021) weiterhin Auftreten von Aphten bei Kortisonreduktion oder besonderen Belastungen. ECLAM 3.
Juni/Juli 2021: Wiederholt an einzelnen Tagen verstärkte Symptome der gestörten Glukosetoleranz wie Schwindel, Frieren, Benommenheit, leichte Übelkeit, bei gleichbleibenden Blutzuckerwerten. Weggehen der Beschwerden jeweils nach Nahrungsaufnahme.
Juli/August 2021: Sjögren-Syndrom-Schubsymptomatik mit verstärkter Augen- und Mundtrockenheit und wiederholten Schwellungsgefühlen am seitlichen Unterkiefer. Keine verstärkte Vaginaltrockenheit.
13.7.-5.9.21 Auftreten einer einzelnen Warze am Fuß: Sehr schmerzhafte Warze, die das Gehen behinderte und mit Verrocutan® behandelt werden musste.
Ab Juli 2021: Nach etwa 3-4 Wochen leichten Beschwerden wie geringem Harnverhalt, ab 24.7.21 rezidivierende schwere Blasenentzündung mit Brennen im Unterleib und im Vaginal- und Enddarmbereich, Blasenschmerzen, Harndrang, z. T. Restharnbildung. Urinkultur: 10 Mio E. coli, Urinstatus- und sediment: Leukozyten, Erythrozyten, Plattenepithelien, Bakterien. Bis Mitte September wiederholte Einnahme von drei verschiedenen Antibiotika, währendessen oder nach Absetzen wiederholt Rückfälle. Ab 4.8.21 zusätzlich geringe Dosen von 2,5-10 mg Hydrocortison/Tag, ab 21.8.21 Erhöhung der Prednison-Dauertherapie von 9,75 auf 10,75 mg/Tag. Ab 10.10.21 14 Tage lang 2 x 5 mg Hydrocortison, am Ende der 2. Woche erstmals wieder normale Frequenz der Toilettengänge, danach beim Versuch der langsamen Reduktion der Hydrocortisondosis Wiederaufflackern der Beschwerden. Ende Oktober 3 Tage lang Hydrocortisonstöße bis 100 mg/Tag, darunter Verschwinden der Beschwerden, bei Reduktion Rückfälle, Versuch des langsamen Ausschleichens. Nach Aussage des Urologen "keine normale Blasenentzündung", da bei Harnwegsinfekten kein Brennen außerhalb der Harnblase aufträte.
August 2021: Im Verlauf des gesamten Monats an einzelnen Tagen Herzschmerzen.


Erläuterung:

Anteile der Symptomatik nach den Impfungen mit dem COVID-19-mRNA-Impfstoff Comirnaty® von BionTech/Pfizer, die sich womöglich beziehen auf...:

Lupus-Schubsymptome:

Vor den mRNA-Impfungen sind bei der Patientin noch niemals multiple Aphten im Mund aufgetreten, sondern nur sehr selten einzelne Aphten, evtl. alle zehn Jahre einmal.
Heftige Durchfälle sind bisher als Zeichen einer erhöhten Krankheitsaktivität einmal vor 36 Jahren beim Ausbruch der Lupus-/Sjögren-Erkrankung und vor etwa 25 Jahren aufgetreten.
Schmerzen im LWS-Bereich waren vor 20-25 Jahren letztmals aufgetreten. Gelenkbeschwerden und Haarausfall sind in Phasen erhöhter Krankheitsaktivität bekannt.

Glukosestoffwechsel:

Verstärkte Symptome der gestörten Glukosetoleranz bei gleichbleibenden Blutzuckerwerten sind noch niemals vorher in dieser Art aufgetreten. Die gestörte Glukosetoleranz ist als Folge der langjährigen Kortisonbehandlung seit etwa zwei Jahren bekannt.

Lungen- und Bronchialsystem:

Derartige, an einzelnen Tagen auftretende Bronchialbeschwerden sind bisher nie vorher aufgetreten.

Sjögren-Syndrom-Schubsymptome:

Vor den mRNA-Impfungen sind Trockenheitsbeschwerden, sowohl Augen- und Mundtrockenheit, immer wieder einmal phasenweise aufgetreten. Schwellungsgefühle am seitlichen Unterkiefer - die möglicherweise mit geschwollenen Speicheldrüsen zusammenhängen könnten -, waren bisher sehr selten.

Hautprobleme:

Behandlungsbedürftige Warzen waren vor 25-30 Jahren einmal aufgetreten. Sie verschwanden nach Diagnosestellung der Kollagenose und Beginn der Lupus-/Sjögren-Therapie 1995. Ansonsten waren bisher keine behandlungsbedürftigen Warzen bekannt.

Harntrakt:

Bisher einziger behandlungsbedürftiger Harnwegsinfekt vor 36 Jahren beim Ausbruch der Lupus-/Sjögren-Erkrankung. Derartige Blasenbeschwerden mit Brennen in der Blase und im Vaginalbereich waren vorher nicht bekannt.

Herzbeschwerden:

Herzschmerzen in dieser Form und Lokalisation waren vorher nicht bekannt.


Anmerkungen:

Daneben traten nach beiden Impfungen etwa eine Woche lang Schmerzen und Schwellung an der Einstichstelle auf, die als normale Impfnebenwirkungen gewertet wurden. Bisher wurden in 61 Lebensjahren herkömmliche Impfungen mit Totimpfstoffen wie Tetanus, Diphtherie, Grippeimpfungen und Pneumokokkenimpfungen anstandslos vertragen. Die einzige Ausnahme war die Schweinegrippeimpfung, die mit einer kurzen (etwa 5 Tage andauernden) Aktivierung von Sjögren-Symptomatiken einherging.

Möglicher pathogenetischer Mechanismus bei den Autoimmunphänomenen: Die Induktion von Typ-I-Interferon durch mRNA-Impfstoffe. Die Vermittlung von Entzündung über Typ-I-Interferon ist bei systemischem Lupus erythematodes ein seit langem bekannter Krankheitsmechanismus.

Es sind inzwischen mehrere Fallbeispiele von Lupusschüben nach mRNA-Impfungen bekannt, sowie ein Fall von neu aufgetretenem Lupusverdacht.

Über die Auslösung von Sjögren-Symptomatiken nach Impfungen mit den mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna gibt es inzwischen auch mehrere Fallberichte.

Vgl. dazu die Veröffentlichung von Dr. Rebecca Hasseli: COVID-19 und rheumatische Erkrankungen - bisherige Erkenntnisse der Pandemie. Deutsche Medizinische Wochenschrift (DMW) 23(2021), S. 1564-67
"abstract: Alle in Deutschland zur Verfügung stehenden Impfstoffe gegen COVID-19 weisen bisher ein sehr gutes Sicherheitsprofil sowie kein relevant erhöhtes Risiko für Krankheitsschübe auf.
Bis zum 11. September 2021 nahmen 1842 Personen an dem Impfregister teil, 80 % waren weiblich und das Alter lag im Median bei 54 Jahren (18-104 Jahre). Mehrheitlich gaben die Personen an, an einer rheumatoiden Arthritis (RA, 50 %) zu leiden, gefolgt von Psoriasisarthritis (16 %), axialer Spondyloarthritis (11 %), systemischem Lupus erythematodes (SLE, 9 %) oder Sjögren-Syndrom (6 %). Eine Zunahme der Krankheitsaktivität wurde bei 15 % der Personen berichtet, (...). Erfreulicherweise wurden lediglich 3 Fälle von schwerwiegenden Nebenwirkungen nach Erstimpfungen erfasst:
Ponsinfarkt bei einem RA-Patienten ohne Immunmodulation,
Thrombose bei einem RA-Patienten unter Therapie mit Sulfasalazin
Thrombose bei einem Patienten mit SLE ohne Immunmodulation.
Nichtsdestotrotz werden in Fachkreisen Einzelfälle von schweren ERE-Reaktivierungen oder ERE-Erstmanifestationen diskutiert."
https://www.thieme-connect.com
Übersicht: https://dgrh.de/
Kommentar: Es wurden die Meldungen an das COVID-19-Register der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie analysiert. Die Studie ist nicht repräsentativ. Entgegen der Angabe im abstract, dass alle in Deutschland zur Verfügung stehenden Impfstoffe gegen COVID-19 ein sehr gutes Sicherheitsprofil sowie kein relevant erhöhtes Risiko für Krankheitsschübe aufweisen, wird im Text des Artikels angegeben, dass eine Zunahme der Krankheitsaktivität nach COVID-19-Impfung bei 15% der Rheumapatienten berichtet wurde. Somit stellt eine Verstärkung der Krankheitsaktivität oder ein Krankheitsschub bei Rheumapatienten eine sehr häufige Nebenwirkung nach COVID-19-Impfungen dar (> 10% = sehr häufig). Nicht angegeben wurde, wie hoch das Risiko der Krankheitsaktivierung nach Impfung mit welchem COVID-19-Impfstoff war. Die Impfreaktionen sollten in Abhängigkeit der verwendeten Impfstoffe dargestellt werden.

Weitere Beobachtungen aus dem Bekanntenkreis:

mRNA-Impfungen scheinen sich auch auf den Zuckerstoffwechsel auszuwirken. Es sind Beispiele von Typ-I-Diabetikern bekannt, die nach der mRNA-Impfung signifikant weniger, andere signifikant mehr Insulin benötigten.

Blasenentzündungen scheinen nach mRNA-Impfungen recht häufig vorzukommen, wenn man nach den zahlreichen Fallberichten im Internet geht, z. B. hier https://www.rund-ums-baby.de. Im Bekanntenkreis erlitt ein 79-jähriger Mann, der noch nie im Leben vorher eine Blasenentzündung hatte, etwa vier Wochen nach der zweiten Biontech-Impfung einen schweren Harnwegsinfekt mit Brennen im Urogenitalbereich, der erst nach mehreren Wochen und der Einnahme von drei verschiedenen Antibiotika wegging. Eine weitere Bekannte bekam nach den mRNA-Impfungen Blasenprobleme. Könnte es sein, dass die mRNA-Nanopartikel über die Harnblase ausgeschwemmt werden, dabei die Schleimhäute reizen und womöglich dort eine Immunreaktion hervorrufen? Wenn es an den Nanopartikeln liegt, müssten Blasenentzündungen auch bei dem nanopartikelbasierten COVID-19-Impfstoff Novavax auftreten. Oder findet eine Reaktion der Blasenschleimhaut auf die mRNA statt? Oder eine immunologische Kreuzreaktion im Blasenepithel? Oder eine immunologische Reaktion auf irgendeinen anderen Faktor? Beispielsweise eine HLA-gesteuerte Immunreaktion auf irgendein Antigen im Epithel von Blase und Urogenitalbereich, ausgelöst durch ein Merkmal der COVID-19-Infektion UND der COVID-19-Impfungen, ähnlich wie bei der Narkolepsie bei der Schweinegrippe und der Schweinegrippenimpfung? Hinweise gibt es schon: Auch die COVID-19-Infektion scheint manchmal eine Zystitis auszulösen, vgl. https://biermann-medizin.de. Bei entsprechender Schädigung des Blasenepithels ist anzunehmen, dass sich auch bei ursprünglich abakterieller Zystitis Bakterien ansiedeln können. Die Frage wäre dann, ob Blasenentzündungen auch nach Impfungen mit anderen COVID-19-Impfstoffen auftreten, oder nur nach mRNA-Impfstoffen, oder nur nach Comirnaty®, und durch welches Merkmal sie ausgelöst werden.

Im Aufklärungsbogen über COVID-19-mRNA-Impfungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) wird zwar auf Durchfall als sehr häufige (> 10%) und Erbrechen als häufige (zwischen 1 und 10%) Nebenwirkung von mRNA-Impfungen hingewiesen, Blasenentzündungen werden aber bisher nicht erwähnt. Wäre es nicht sinnvoll, hier auch einen Hinweis auf viel Trinken am Impftag und dem Folgetag aufzunehmen? Aufklärungsbogen COVID-19-mRNA-Impfungen des RKI hier https://www.rki.de.

Die Erklärungsmöglichkeit der Blasenentzündung als Infektions- ODER Impffolge könnte auch die übrigen, oben geschilderten Symptome in ein anderes Licht rücken. Alle genannten, als Lupus oder Sjögren eingeordneten Beschwerden können auch bei COVID-19-Infektionen auftreten, von den Aphten im Mund über die Blutzuckerprobleme bis zur Trockenheit. Deswegen könnte es auch sein, dass die Comirnaty®-Impfung bei besonders disponierten Personen sozusagen in einer Art "Mimikry" Aspekte der COVID-19-Infektion nachbildet, in Analogie wie bei der Schweinegrippe. Für diese Hypothese spräche, dass bei der Patientin kein dauerhaft verstärktes Schmetterlingserythem vorlag, das in den letzten drei Jahren bei einer verstärkten Lupusaktivität typischerweise vorhanden war. Die Warze mit ihrer "Anzeigerfunktion" könnte einfach eine Reaktion auf das durcheinandergebrachte Immunsystem gewesen sein.

Es ist ein Fall von Psoriasis bekannt, bei der nach den mRNA-Impfungen ein Schub eintrat.

Aus dem Bekanntenkreis sind inzwischen drei Fälle von multipler Sklerose (MS) bekannt, bei denen nach mRNA-Impfungen eine Verschlechterung des Krankheitsbilds stattfand (ein Fall) bzw. eine möglicherweise vorher latent vorhandenen MS neu ausbrach (zwei Fälle).

Im Bekanntenkreis verstarb ein Mann mittleren Alters am Tag nach der mRNA-Impfung mit Symptomen, die an einen Zytokinsturm denken lassen.


Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO) berichtet von gehäuften Rezidiven bei aplastischer Anämie (AA), einer hämatologischen Autoimmunerkrankung, nach mRNA-Impfungen https://www.dgho.de.


Es erfolgte eine Meldung ans Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und ans örtliche Gesundheitsamt.

Meldebogen für Impfkomplikationen an das PEI hier https://www.akdae.de ODER hier https://www.pei.de.

Für Impfkomplikationen, die über das übliche Ausmaß von kurzfristigen Impfreaktionen hinausgehen, besteht außerdem nach §6 Abs. 1, Nr. 3 IfSG eine namentliche Meldepflicht an das örtliche Gesundheitsamt. Meldebogen hier https://www.gesundheitsamt-dadi.de.


Hinweis: Die Rheumapraxis Heidelberg, Priv.-Doz. Dr. Bernhard Heilig et. al., bietet inzwischen Spezialsprechstunden für Patienten mit Post-Anti-COVID-Impfung-Syndrom an, vgl. https://www.rheumapraxis-heidelberg.de.



Hinweis: Viele Lupus- und Autoimmunpatienten haben mRNA-Impfungen gut vertragen. Manche nicht. Wer sich als Lupus- oder Sjögren-Patientin nach den Impfungen mit mRNA-Impfstoffen von Moderna oder BionTech auf längere Zeit merkwürdig "zerschossen" fühlt oder Schubsymptomatiken entwickelt, sollte womöglich von einer weiteren Impfung mit mRNA-Impfstoffen absehen!



Darmstadt, 7.11.21. Selbst erlebt von Dorothea Maxin.



(Diese Seite wurde am 28.12.2021 aktualisiert.)


Alle Angaben ohne Gewähr. Es gilt der auf der Internetseite https://www.disclaimer.de angegebene Haftungsausschluss.


Top


Verantwortlich für den Inhalt und die Gestaltung dieser Webseite:
Dorothea Maxin, Gervinusstr. 47, D-64287 Darmstadt - Germany - Kontakt